Forschung

Als universitäre Ausbildungseinrichtung ist uns die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein zentrales Anliegen. Wir regen unsere Studierenden deshalb an, sowohl im Rahmen eigener Forschungsvorhaben als auch durch die Teilnahme an unseren laufenden Forschungsprojekten praktische Erfahrungen in der angewandten Psychotherapieforschung zu sammeln.

Aktuelle Forschungsprojekte in unserer Ambulanz

Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten finden Sie auf der Seite der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie des Erwachsenenalters der Universität Koblenz-Landau.

Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehört zu unserem Auftrag: Wir geben Ihnen Starthilfe.

Promotionsstipendien

Wir vergeben jährlich zwei Stipendien zur Vorbereitung der Promotion auf dem Gebiet der Psychotherapieforschung.

Bewerberinnen und Bewerber müssen ihr Hochschulstudium mit weit überdurchschnittlichen Studien- und Prüfungsleistungen abgeschlossen haben und die Promotion im Fachbereich Psychologie der Universität Koblenz-Landau anstreben. Teilnehmer/innen und Absolvent/inn/en des Weiterbildungsstudiengangs in Psychologischer Psychotherapie der Universität Koblenz-Landau sind insbesondere zur Antragstellung aufgefordert.

Zudem strebt das WiPP eine Erhöhung des Anteils des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an und fordert deshalb Frauen ausdrücklich zur Antragstellung auf. Der Förderungsbeginn kann jederzeit erfolgen. Die Dauer der Förderung beträgt zwei Jahre. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1200,- €.

Merkblatt

Antragsformular

Promotionsprojekte

Promotionsprojekt "Autofahrangst – ein weit verbreitetes und bisher wenig untersuchtes Phänomen"

Carolin Fischer

Die Diagnostik und Therapie von Autofahrängsten ist ein bisher wenig systematisch untersuchtes Konstrukt, obwohl die Lebenszeitprävalenz auf 1.1 % geschätzt wird. Somit kann die Autofahrphobie zu einer der häufigsten situativen spezifischen Phobien gezählt werden.

Die Autofahrangst wird charakterisiert durch eine intensive Angst vor dem Fahren eines Autos, welche bei der Vorstellung Auto zu fahren oder während des tatsächlichen Fahrens erlebt wird. Betroffene fürchten, die Kontrolle über das Auto zu verlieren, unangenehme Angstsymptome zu spüren, sich vor anderen Verkehrsteilnehmern zu blamieren oder sich und andere durch Unfälle zu verletzen oder gar zu töten. Autofahrängste stellen somit für Betroffene eine große Beeinträchtigung im Alltag dar.

Im Forschungsprojekt zum Thema Autofahrangst soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

  1. Wie weit verbreitet sind Autofahrängste sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch in der Subgruppe der Fahranfänger in Fahrschulen?
  2. Welchen Einfluss hat die Nutzung eines Fahrsimulators auf autofahrbezogene Angstkognitionen?
  3. Wie reliabel und valide ist ein erarbeitetes Screening-Instrument zur Diagnostik einer spezifischen Autofahrphobie?
  4. Wie gut ist die Durchführbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit eines vorgeschlagenen Behandlungsmoduls zur Therapie von Autofahrängsten

Patienteninformationen und Hinweise zur Kontaktaufnahme finden Sie im Bereich "Behandlungsschwerpunkte".

Promotionsprojekt zu Ärger und Selbstmitgefühl im Kontext akuter und chronischer Schmerzen

Anja Carina Schmitt

Chronische Schmerzerkrankungen bedeuten neben physiologischen Schmerzerleben und damit einhergehenden Beeinträchtigungen auch ein großes Ausmaß an psychischer Belastung und Stress. Häufig entstehen starke belastende Emotionen wie Depression, Scham und Ärger. Wissenschaftliche Belege zeigen eine hohe Relevanz des Konstruktes Selbstmitgefühl im Kontext dieser Emotionen. Selbstmitgefühl umfasst die drei Komponenten „Selbstbezogene Freundlichkeit“, „Verbindende Humanität“ und „Achtsamkeit“. Aktuelle Forschung zeigt vielversprechende, jedoch bisher nur eingeschränkte Hinweise auf die Relevanz von Selbstmitgefühl für die Behandlung chronischer Schmerzen. So ist Selbstmitgefühl assoziiert mit besserer Schmerzbewältigung, Schmerzakzeptanz und höherer Lebensqualität, wie auch reduzierter Beeinträchtigung und weniger belastenden Emotionen.

Im Rahmen des Promotionsprojektes soll Selbstmitgefühl im Kontext chronischer Schmerzen klar definiert sowie von verwandten Konstrukten wie Psychologische Flexibilität und Selbstwert abgegrenzt werden. Dies erfolgt mithilfe einer längsschnittlichen Online-Befragung von Menschen mit und ohne chronische Schmerzen. Des Weiteren wird eine Selbstmitgefühls-Intervention in ihrer Wirksamkeit auf akuten Schmerz experimentell überprüft. Die spezifische Rolle von Ärger wird eingehender erfasst und eine spezifische Gruppentherapie für die Bewältigung von Ärger bei Schmerz mithilfe von Selbstmitgefühl entwickelt.

Promotionsprojekt im Rahmen der Studie "ENCERT – Enriching Cognitive-Behavioral Therapy with Emotion Regulation Training"

Katharina Senger

Die Studie befasst sich mit dem Vergleich der bereits bewährten kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) gegenüber einer neuen Therapieform (ENCERT), die durch Techniken zur Regulation negativer Emotionen die KVT erweitert. Spezifisch befasse ich mich in meiner Arbeit mit der Untersuchung von Prädiktoren für das Therapieergebnis bei somatoformen Störungen sowie der Prüfung von Veränderungsmustern und dem Zusammenhang dieser Muster mit Patientenmerkmalen, Behandlungsbedingungen sowie Therapieergebnis. Außerdem soll eine Überprüfung der Faktorstruktur und Messinvarianz des Screenings für Somatoforme Störungen (SOMS- 7), das im deutschsprachigen Raum häufig eingesetzt wird, stattfinden. Ergebnisse der Studien sollen dazu beitragen, die psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei Somatoformen Störungen zu verbessern.

Promotionsprojekt "Auswirkungen von perinatalem Stress auf Neugeborene und Kleinkinder"

Tabea Send

In diesem Projekt wird der Einfluss früher Umwelteinflüsse auf Gesundheit und Krankheit beleuchtet. Unsere prospektive Studie widmet sich unter anderem der Frage, wie prä- und postnatale Belastungen zusammenhängen mit der Länge von Telomeren bei Neugeborenen und mit Cortisolspiegeln von Kinder im Vorschulalter. Die Ergebnisse der Dissertation sollen einen Beitrag zur Erforschung der Ätiologie psychischer Störungen liefern. Wenn die Ursachenzusammenhänge in der Entstehung psychischer Störungen besser verstanden sind, bietet dies perspektivisch mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Möglichkeiten für Präventions- und Therapieansätze.